Die 11. Schwangerschaftswoche

In der 11. Schwangerschaftswoche kommst du immer näher an das Ende des 1. Trimesters und du hast somit die kritische Phase deiner Schwangerschaft so gut wie überstanden, weil dann unter anderem das Risiko einer spontanen Fehlgeburt sinkt.

11 SSW (Schwangerschaftswoche)

Vor etwas mehr als einer Woche wurde die Embryonalphase deines ungeborenen Babys abgeschlossen und alle lebensnotwendigen Organe sind bereits angelegt.

Generell bist du dazu verpflichtet deinem Arbeitgeber möglichst bald die Schwangerschaft mitzueilen. Zudem greift nun das Mutterschutzgesetz. Dies regelt den Umfang der Arbeit wie auch bestimmte Beschäftigungsverbote. So dürfen Schwangere beispielsweise höchstens 8,5 Stunden am Tag arbeiten, dürfen nicht schwer heben oder länger als 4 Stunden am Stück stehend arbeiten. Ebenfalls sind schwangere Frauen vor einer Kündigung geschützt – und das sogar in der Probezeit.

Veränderungen des Körpers ab der 11. SSW

Du kannst dir vielleicht nur schwer vorstellen, dass dein Baby bereits seit über zwei Monaten in deinem Bauch wächst und gedeiht, da bei den meisten Müttern, die zum ersten Mal schwanger sind, der Baby-Bauch erst ab der 11. Woche beginnt richtig zu wachsen. Auch wenn noch kein Bauch merklich zu sehen ist, kannst du eine minimale Gewichtszunahme von normalerweise bis zu 2,0 kg bemerken.

Die Bindung zu deinem kleinen Schatz in deinem Bauch wächst und du beginnst ihn von Minute zu Minute mehr zu lieben. Durch die voranschreitende Schwangerschaft verändert sich dein Körper zunehmend. Wenn du eine strahlendere Haut, vollere Haare und stärkere Nägel bekommst, dann kannst du dich zu den Glücklichen zählen. Leider ist auch das Gegenteil möglich, was dir keine Sorgen bereiten sollte. Schließlich ist jede Schwangerschaft so individuell wie die schwangere Frau selbst, so dass es teilweise Unterschiede in der Entwicklung des Bauches oder in der Ausprägung von Symptomen wie Übelkeit oder Ziehen im Unterleib gibt.

Die Entwicklung des Babys ab der 11. SSW

Dein ungeborenes Baby hat jetzt etwa die Größe einer Feige und gewinnt immer deutlichere menschliche Züge. Bei einer Größe von insgesamt ca. 3,0 cm vom Scheitel bis zum Steiß und einem Gewicht von ca. 15 g ist der größte Teil deines Kindes zwar immer noch sein Kopf, aber Beine und Arme beginnen sich immer weiter zu entwickeln und werden bald proportional zum restlichen Körper passen.

Das kleine Lebewesen in deinem Bauch kommt ab der 11. SSW in eine starke Wachstumsphase, in der sich seine Körperlänge fast verdoppeln wird. Vor allem in den nächsten drei Wochen wird es sich rasant entwickeln und immer mehr zu einer Miniaturausgabe eines ausgewachsenen Babys werden. Diese Entwicklung erkennst du auf den Bildern des Ultraschalls. Dort siehst du, dass die Finger und Zehen bereits vollständig voneinander getrennt sind und kleine Nägelchen zu wachsen beginnen.

Die Ohren wandern langsam an ihre richtige Position und die ersten Milchzähne sind unter dem Zahnfleisch zu erkennen. Das bisher aus Knorpeln bestehende Skelett des Fötus beginnt in der 11. SSW zu verknöchern und der Brustkorb schließt sich. Auch die bisher sehr transparente Haut beginnt dicker zu werden und kleine Härchen bedecken die neu entstandenen Hautschichten mit einem feinen Flaum.

Die Äuglein sind nun durch die voll entwickelten Augenlider vollkommen geschlossen und die Geschlechtsorgane beginnen zu wachsen. Eine eindeutige Bestimmung, welches Geschlecht es wird, ist allerdings erst in einigen Wochen bei einem Ultraschall möglich. Also hab’ noch ein paar Wochen Geduld oder lass’ dich und deinen Partner erst bei der Geburt überraschen. Du kannst es zwar noch nicht spüren, aber dein Kind ist bereits sehr aktiv und kann zum Beispiel seine Hände zu Fäusten ballen oder sogar schlucken.

Aber erst ab der 16. SSW wirst du die sanften Tritte und Bewegungen deutlich wahrnehmen können. Falls du Zwillinge erwartest, so erlebst du diese Entwicklungen und Geschehnisse der ungeborenenen Babys gleich doppelt.

Symptome während der 11. SSW und im 1. Trimester sowie Tipps zur Linderung

Die Schwangerschaft ist eine spannende und unglaublich aufregende Zeit für dich, aber manche Symptome können auch anstrengend und unangenehm sein. Verschiedene Anzeichen sind typisch für eine Schwangerschaft, aber natürlich sind diese nicht bei jeder Frau gleich. Du wirst vermutlich mehrere dieser Anzeichen bei dir bemerken, wenn du schwanger bist.

Falls bei dir aber eines oder mehrere Symptome sehr stark ausgeprägt sind oder es dir über einen längeren Zeitraum als 24 Stunden schwerfällt, Essen oder Trinken bei dir zu behalten, suche unbedingt einen Arzt auf, um mögliche Gefahren für dich und das Baby auszuschließen.

Eine komplett beschwerdefreie Schwangerschaft ist zwar selten, aber falls du zu den glücklichen Schwangeren gehörst, hast du wahrlich Grund zur Freude. Gehörst du nicht zu den Glücklichen, musst du vor allem im ersten Trimester mit verschiedenen Schwangerschaftsbeschwerden rechnen, die sich im Laufe der Zeit aber deutlich bessern werden. Wir möchten dir hier nun ein paar Tipps geben, wie du vielleicht die ein oder anderen Beschwerden besser überstehen kannst.

Übelkeit während der 11. SSW

Bestimmt hast du dich schon gefragt, wie das wohl mit der viel thematisierten Übelkeit während der Schwangerschaft ist. Hier erst einmal ein paar Fakten, die dich beruhigen, wenn du zu einer der Frauen zählst, die immer wieder mal mit Bauchschmerzen und Brechreiz zu kämpfen haben.

Studien zufolge leiden 80-85% der Frauen unter Übelkeit während der Schwangerschaft, 52% müssen sich in den ersten drei Monaten sogar übergeben. Morgenübelkeit ist ein sehr häufiges Symptom, das dich zum Glück meistens nur im ersten Trimester begleiten wird.

Der Grund der Morgenübelkeit ist noch nicht vollends bekannt, aber man weiß, dass der steigende Hormonspiegel des Hormons Humane Choriongonadotropin (kurz: hCG) eine entscheidende Rolle spielt. Während des ersten Trimesters achtest du am besten darauf, kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt zu essen.

Knabbereien, die du gut verträgst, kannst du zum Beispiel auch neben dein Bett stellen und immer wieder mal davon naschen, wenn dir danach ist. Scharfe und fettige Gerichte vermeidest du am besten, da diese nur schwer zu verdauen sind und dir möglicherweise Beschwerden bereiten könnten. Nach dem Essen solltest du dich nicht sofort hinlegen, besser ist ein kleiner Spaziergang, gerne auch durch die eigene Wohnung. Dadurch wird deine Verdauung angeregt und du bekommst nicht so schnell Bauchschmerzen.

Du riechst auf einmal intensiver und machmal nimmst du Gerüche wahr, die du zuvor noch nie bemerkt hast?

Das ist vollkommen normal und hängt ebenfalls mit deinem verändertem Hormonhaushalt zusammen. Wenn du einige der neuen Gerüche nicht gut verträgst, dann versuch diese zu vermeiden, da dir sonst vielleicht übel wird. Musst du dich doch mal übergeben, ist es wichtig viel Wasser zu trinken, um deinem Körper die entzogene Flüssigkeit zurückzugeben.

Frag’ deinen Arzt, ob du Ingwer-Kapseln nehmen oder Ingwer-Tee trinken darfst, da dies ein bewährtes Hausmittel gegen Magenbeschwerden ist und dir möglicherweise auch während der Schwangerschaft helfen kann. Wenn dein Arzt dir das empfiehlt, kannst du zusätzlich Vitamin B6 als Ergänzungsmittel eingenehmen, um das Unwohlsein so gering wie möglich zu halten.

Sollte nichts von den genannten Möglichkeiten helfen, sind Akupressurbänder eine gute Alternative, um Morgenübelkeit zu lindern. Viele Frauen berichten zudem, dass ab der 6. Schwangerschaftswoche Übelkeit auftritt, wenn beispielsweise Obstkuchen oder andere säurehaltige Speisen oder Getränke aufgenommen werden. Wenn dies bei dir auch der Fall sein sollte, dann vermeide am besten säurehaltige Nahrungsmittel und Getränke.

Sodbrennen während der 11. SSW

Auch wenn du endlich keine Übelkeit mehr verspürst, kann dir häufiges Sodbrennen Beschwerden bereiten. In einer Studie haben Forscher herausgefunden, dass ca. 95% der Frauen unter Sodbrennen während der Schwangerschaft leiden, was aber weder schädlich für dich, noch für dein Baby ist. Es ist allerdings sehr unangenehm für dich und kann zu Einschränkungen im Alltag führen.

Deshalb solltest du vor allem kleinere und mehrere Mahlzeiten zu dir nehmen und es vermeiden, dich gleich nach dem Essen hinzulegen, da dadurch die Verdauung verlangsamt wird und Sodbrennen schneller entstehen kann. Mit diesem richtigen Umgang nach dem Essen kannst du lästigem Sodbrennen effektiv entgegenzuwirken.

Zudem berichten einige Leidtragende, dass der Verzehr einiger frischer Mandeln mit Schale nach den Mahlzeiten dazu beitragen kann, Sodbrennen in der Schwangerschaft zu vermeiden bzw. zu lindern, da Mandeln die Säure neutralisieren können. Auch kann Fenchel-Kümmel-Anis-Tee bei lästigem Aufstoßen und Sodbrennen helfen.

Schmerzende und größer werdende Brüste ab der 11. SSW

Einige Frauen freuen sich über Veränderungen (Hallo C-Cup!), andere finden es weniger toll, wenn die Brüste nicht mehr in die alten BHs passen. Für diese Veränderung kannst du dich ebenfalls bei deinen Hormonen bedanken.

Dein Körper bildet zusätzliche Milchdrüsen und Fettschichten, um dein Baby nach der Geburt ausreichend ernähren zu können. Durch das schnelle Wachstum werden deine Brüste möglicherweise auch schmerzen und an einigen Stellen wund sein, wodurch das Tragen eines BHs oft unangenehm wird.

Besorge dir am besten bequeme BHs und lass dich hierzu ausführlich in Dessous-Geschäften oder Geschäften für Umstandsmode beraten. In der Nacht helfen dir oft leichte Baumwoll-BHs, die die extreme Berührungsempfindlichkeit der Brüste lindern und einen möglichen, späteren Hängebusen vorbeugen.

Auch wenn du dich momentan etwas unwohl mit deinem Busen fühlst, denke daran, dass auch dieses Symptom nur vorübergehend ist. Nach dem ersten Trimester werden sich diese Beschwerden auch wieder legen und du wirst dich wieder besser und wohler in deinem Körper fühlen, da du weniger körperliche Schmerzen verspürst.

Müdigkeit während der 11. SSW

Eine typische Begleiterscheinung der Schwangerschaft, die vor allem im ersten Trimester auftaucht, ist die anhaltende Müdigkeit. Die Schwangerschaft ist eine enorme Belastung für den weiblichen Körper, aus diesem Grund wirst du dich häufig schlapp und ausgelaugt fühlen.

Im ersten Drittel deiner Schwangerschaft bildet sich zum Beispiel der Mutterkuchen, die sogenannte Plazenta, die dein Baby mit wichtigen Nährstoffen versorgt, was zusätzlich deinen Stoffwechsel und Hormonspiegel verändert. All diese Entwicklungen führen zu einem Müdigkeitsgefühl, das dich und andere schwangere Gleichgesinnte in regelmäßigen Abständen überkommt.

Gegen Müdigkeit helfen selbstverständlich kleine Schläfchen und frühes Schlafengehen. Es wäre für dein Wohlbefinden sehr gut, wenn du versuchst, auf Kaffee oder andere koffeinhaltige Getränke zu verzichten und diese Getränke stattdessen durch Fruchtsäfte für den nötigen Energiekick ersetzt. Damit du auch mal relaxen kannst, ist es hilfreich, einige deiner Aufgaben an deine Liebsten abzugeben, damit du Zeit für dich und dein ungeborenes Baby schaffen kannst.

Verstopfung während der 11. SSW

Verstopfung ist ein leidiges Symptom der ersten Schwangerschaftswochen, unter dem fast die Hälfte aller schwangeren Frauen leiden. Hervorgerufen wird dieses Symptom vor allem bei voranschreitender Schwangerschaft durch den wachsenden Uterus, der auf den Darmausgang drückt und ihn somit teilweise verschließt.

Zusätzlich führen Schwangerschaftshormone, die dein Körper während der Schwangerschaft produziert, dazu, dass die Nahrung langsamer durch den Verdauungstrakt transportiert wird. Da während der Schwangerschaft vermehrt Wasser im Gewebe gespeichert wird, wird dem Nahrungsbrei Flüssigkeit entzogen und dieser ist nur noch schwer auszuscheiden.

Um Beschwerden wie Verstopfung möglichst gering zu halten, ist es wichtig, dass du auf eine ausgewogene Ernährung achtest. Deinen Ballaststoffverbrauch kannst du durch den Verzehr von Obst, Gemüse, Vollkornbrot, Getreide, Nüssen und Kleie steigern. Neben der richtigen Ernährung solltest du dich ausreichend bewegen. Abführmittel ohne vorherige Absprache mit deinem Arzt solltest du nicht einnehmen, da diese dir und deinem Baby schaden können.

Schwindel und Gefühlschaos während der 11. SSW

In deinem Körper passieren sehr viele Veränderungen und Umstellungen. Das kann sich auch negativ auf den Kreislauf auswirken. Leichte Schwindelanfälle in der Schwangerschaft sind ganz normal. Genug zu trinken und viele frische Luft hält deinen Kreislauf in Schwung. Dies wird auch gegen die häufige Müdigkeit in der Schwangerschaft helfen. Vermeide es, ruckartig aufzustehen, Mahlzeiten auszulassen und zu lange zu stehen, um Schwindel vorzubeugen.

Die hormonellen Veränderungen während deiner Schwangerschaft führen oft zu veränderten Reaktionen oder Gefühlsausbrüchen, die aber auch in der 11. SSW ganz normal sind. Harmlose Situationen, die dir früher keine Kopfschmerzen bereitet haben, sorgen nun dafür, dass du übertrieben reagierst oder auch mal weinen musst, obwohl es eigentlich gar nicht sein müsste.

Die Gefühlsschwankungen in der 11. SSW und danach betreffen so gut wie jede Schwangere und sind daher nichts Ungewöhnliches. Bereite deine Liebsten darauf vor, dass du vermutlich öfter einmal etwas “seltsam” reagieren wirst, so dass sie es verstehen können und dich unterstützen, deine Emotionalität in den Griff zu bekommen.

Erhöhter vaginaler Ausfluss ab der 11. SSW

Der erhöhte Östrogenspiegel während deiner Schwangerschaft führt automatisch zu einem vermehrten vaginalen Ausfluss. Dieser sollte milchig und dünn mit mildem Geruch sein. Eine Slip-Einlage kann dir hier helfen, Tampons solltest du aber am besten vermeiden. Auch wenn dieser Ausfluss vor, während und nach der 11. SSW völlig normal ist, solltest du auf bestimmte Anzeichen achten, da der Ausfluss manchmal auch auf eine Infektion hinweisen kann.

Wenn dein Ausfluss einen übelriechenden Geruch, eine grünliche oder gelbliche Farbe hat, mit Blut gemischt ist und du möglicherweise Schmerzen beim Wasserlassen hast, solltest du auf jeden Fall einen Arzt aufsuchen und das Ganze überprüfen lassen.

Abdominaler Schmerz ab der 11. SSW

Ab der 11. SSW sind die Bänder, die deinen Uterus umrunden, sehr gedehnt, aus diesem Grund ist es häufig der Fall, dass du vermutlich abdominale Schmerzen hast. Der Schmerz kann schneidend oder dumpf sein, ist aber in der Regel völlig normal. Sollten deine Bauch- und Unterleibsschmerzen aber zusammen mit einer vaginalen Blutung, Fieber, Schüttelfrost oder schmerzendem Wasserlassen auftreten, solltest du unbedingt einen Arzt kontaktieren.

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